Im Nebel
Hermann Hesse
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Vertonung: ClassicRocks Musikernetzwerk
Gedichttext
Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, Kein Baum gleicht dem andern, Jeder ist allein.
Wahrlich, keiner ist weise, Der nicht das Dunkel kennt, Das unentrinnbar und leise. Von allen ihn trennt.
Voll von Freuden war mir die Welt, Als noch mein Leben licht war, Nun, da der Nebel fällt, Ist keiner mehr sichtbar.
Seltsam, im Nebel zu wandern! Leben ist Einsamsein. Kein Mensch kennt den andern, Jeder ist allein.
Traditioneller Text — gemeinfrei. Vertonung © ClassicRocks Musikernetzwerk.
Die Interpreten
Alisha singt diese gefühlvolle Ballade. Auch sie wirkte bereits bei der Neuen Liedersammlung mit, die etwa ein Jahr zuvor entstanden war. Sina spielte bei dieser Aufnahme das Schlagzeug (sie war zum Zeitpunkt der Aufnahmen 11 Jahre alt). Das Klavier wurde von Jakob Stauber eingespielt (s.u.), Musiklehrer an der Liebfrauenschule Mülhausen, Leiter des Gospelchores Voices und großartiger Pianist.
Hintergrund
„Im Nebel" von Hermann Hesse (1877–1962) ist eines seiner bekanntesten und meistzitierten Gedichte. Es entstand 1905 und beschreibt die menschliche Einsamkeit, die wie Nebel jeden von jedem trennt. Das Gedicht hat nichts Pessimistisches — es ist eine ruhige Betrachtung der menschlichen Grundbedingung. Hesse erhielt 1946 den Nobelpreis für Literatur.