Illustration für Oh du lieber Augustin
Traditionelle Lieder

Oh du lieber Augustin

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Arrangement: ClassicRocks Musikernetzwerk

Liedtext

Oh, du lieber Augustin, Augustin, Augustin Oh, du lieber Augustin, alles ist hin Geld ist hin, Mäd´l ist hin, Geld ist weg, Mäd‘l ist weg Oh, du lieber Augustin, alles ist hin

Oh, du lieber Augustin ... Rock ist weg, Stock ist weg Augustin liegt im Dreck ...

Oh, du lieber Augustin .... Geld ist weg, o du Schreck Das ist schlecht und nicht recht ...

Text & Musik: Traditionell, arrangiert von Ian Watts & Mike Wilbury

Traditioneller Text — gemeinfrei. Arrangement © ClassicRocks Musikernetzwerk.

Hintergrund

Die Melodie findet auch in anderen Kulturräumen Verwendung. In England singt man auf die Melodie "Little Tommy Tucker", einen Text, der keinerlei Verbindung zu dieser deutschsprachigen Variante hat. Die deutsche Version nimmt Bezug auf eine historische Person, die tatsächlich gelebt hat: Den Wiener Straßen- und Caféhaus-Sänger Markus Augustin (1643 – 1685). Er war zu seiner Zeit sehr berühmt in Wien, weil er die Menschen trotz der schwierigen Zeit zum Lachen brachte. Heute würde man ihn vielleicht als Kabarettisten oder Comedian bezeichnen. Er trat auf in den Caféhäusern und Bars und er vertrank sein Geld während er es verdiente. Der Legende nach war er eines Abends während der Pest-Epedemie 1679 so betrunken, dass er sich draußen auf dem Rinnstein zur Ruhe legte. Man hielt ihn für tot und warf ihn zusammen mit den Pesttoten auf einen Leichenwagen. Irgendwie gelang es ihm, aufzuwachen bevor er lebendig begraben wurde. Er überlebte und die Menschen dachten, dass ihm der Wein geholfen habe, der Pest ein Schnippchen zu schlagen. Augustin schrieb ein Lied über sein Missgeschick und dieses Lied gilt als erste Version von "Oh du lieber Augustin”, wie wir es heute kennen.

Das Lied geht auf den Wiener Volkssänger Marx Augustin zurück, der um 1680 in Wien lebte. Der Legende nach fiel er betrunken in eine Pestgrube voller Leichen — und überlebte unverletzt. Das Lied über seinen misslichen Zustand wurde in ganz Wien bekannt und ist heute eines der bekanntesten deutschen Volkslieder. Beethoven soll die Melodie in seinem Streichquartett op. 18 Nr. 5 verwendet haben.